Legasthenie und Lese-Rechtschreibschwäche

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Legasthenie ist eine spezifische Problematik durchschnittlich bis hoch intelligenter Kinder und Erwachsener beim Lesen und/oder Schreiben, ohne dass dafür eine äußere Ursache erkennbar ist (z. B. physische Seh- oder Hörschwäche, psychische Belastung, Versäumnisse in der Schule, etc.). Legasthenie ist die Folge von differenten Sinneswahrnehmungen (auch Teilleistungsschwächen genannt). Sie wird nicht erworben, sondern ist genetisch bedingt. Aufgrund der differenzierten Sinneswahrnehmungen im Bereich der Optik, der Akustik, der Raumorientierung und/oder des Körperschemas kommt es beim Schreiben und/oder Lesen zur zeitweisen Unaufmerksamkeit, die wiederum Wahrnehmungsfehler nach sich zieht. Legasthene Menschen können sich im Alltag oft gut konzentrieren und sehr ausdauernd arbeiten. Treffen sie allerdings auf Symbole (Buchstaben und/oder Zahlen), so haben sie Probleme mit ihrer Aufmerksamkeit!

 

Es ist sehr wichtig, dass das legasthene Kind möglichst früh unterstützt wird, damit sich aus der vorliegenden Primärlegasthenie (Legasthenie ohne weitere Probleme im psychischen oder physischen Bereich) nicht eine Sekundärlegasthenie (mit zusätzlich erworbenen Problemen, vor allem im psychischen Bereich) entwickelt. Dies geschieht sehr oft dann, wenn das Kind mit seinen Problemen auf Unverständnis stößt und keine entsprechende Förderung erhält. Legasthenie hat nichts mit mangelnder Intelligenz oder Minderbegabung zu tun. Durch konsequentes Training kann dem legasthenen Kind geholfen werden, seine Legasthenie in den Griff zu bekommen und den Schulalltag zu meistern. Die Legasthenie selbst bleibt jedoch vorhanden! 

Eine Checkliste mit Anzeichen für eine vorliegende Legasthenie finden Sie unter den Downloads. 

Im Gegensatz zur Legasthenie ist die Lese-Rechtschreibschwäche (oft mit LRS abgekürzt) erworben. Sie kann durch bestimmte Ereignisse, besondere Lebensumstände oder Belastungen im Leben eines Kindes (Schulwechsel, Krankheit, Scheidung der Eltern, etc.) hervorgerufen werden. In diesem Fall, ist es wichtig, an einer Verbesserung der Lebenssituation zu arbeiten. Damit sich die Lernsituation verbessert, braucht das Kind eine entsprechende Unterstützung bei der Erarbeitung des betroffenen Lernthemas. 

 

Bei einem legasthenen Menschen hingegen genügt diese Nachhilfe im klassischen Sinn nicht. Zusätzlich zu den Übungen an den Symptomen (Fehlern) benötigt das Kind auch ein Training der Aufmerksamkeit und der betroffenen Funktionen (Sinneswahrnehmungen)! 

Da eine Legasthenie bei jedem Menschen individuell verschieden ist, muss für jeden ein individuell auf ihn abgestimmtes Förderprogramm erstellt werden und das wöchentliche Training muss in Einzelsitzungen stattfinden (keine Gruppenbetreuung!). 

LehrerInnen können bei der Fehlerbeurteilung von schriftlichen Arbeiten nach dem SchUG § 16(1) der Leistungsbeurteilung vorgehen, wobei die Schreibrichtigkeit erst an vierte und letzte Stelle, nach Inhalt, Ausdruck und Sprachrichtigkeit gesetzt wird. Die Lehrerin / der Lehrer hat also anhand von bestehenden Gesetzen die Möglichkeit, legasthene Kinder, bei denen eine Legasthenie von einem klinischen Psychologen / einer klinischen Psychologin diagnostiziert wurde, wohlwollend zu beurteilen.

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